AKTUELLES AUS DEM SCHULLEBEN

9. Klässler*innen übernehmen Patenschaft für Stolperstein

Am 19. Juni besuchten Björn Soldner und Eva Fürst im Auftrag des Arbeitskreis Stolpersteine jeweils für 2 Schulstunden die Klassen 9a und 9b, die ab Juli die Patenschaft für den Stolperstein von Peter Lanwehr übernehmen werden.

Bei der diesjährigen Verlegung der Stolpersteine stehen queere Opfer der Nationalsozialisten im Fokus.  Nach einer kurzen Vorstellung stiegen Björn Soldner und Eva Fürst daher mit § 175 des Strafgesetzbuches von 1935, der die Strafbarkeit von Homosexualität festlegte, in das Thema ein.

Im Anschluss daran stellten sie das Opfer, Peter Lanwehr, vor. Dieser wurde 1897 geboren, kämpfte nach einer Gärtnerlehre im ersten Weltkrieg und geriet in französische Kriegsgefangenschaft. Mit 31 Jahren kam er als „Hausvater“ ins Gesellenhaus nach Würzburg. 1936 wurde er von der Gestapo verhört und wegen Homosexualität zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt, von dem aus er in das KZ Dachau „entlassen“ wurde, wo er 1942 verstarb.

Die beiden Referent*innen hatten einen Auszug aus dem „Geständnis“ von Peter Lanwehrs dabei, den sie gemeinsam mit den Schüler*innen lasen und diskutierten. Anschließend leiteten sie auf die Stolpersteine über und klärten gemeinsam mit der Klasse, was eine Patenschaft in diesem Kontext bedeutet. Die Verlegung des Stolpersteins wird am 25. Juli stattfinden.

Zum Abschluss der Stunde diskutierten sie, wie lange der § 175 auch in der BRD noch Bestand gehabt hatte – wobei die Tatsache, dass dieser tatsächlich bis 1994 gegolten hat, dann doch viele überraschte – sowie darüber, wie tolerant die Gesellschaft heute ist und wo es noch Nachholbedarf gibt.

In den nächsten Wochen werden die Klassen im Geschichtsunterricht weiter überlegen, wie sie die Verlegung des Stolpersteins gestalten können und diesen dann auch pflegen.

Text: I. Hemmerich